Gebet des Monats

Juli

 

Ein Psalm (fröhlich nachzusprechen)

 

Ich bin vergnügt erlöst befreit

Gott nahm in seine Hände meine Zeit

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen

mein Triumphieren und Versagen

das Elend und die Zärtlichkeit

 

Was macht, dass ich so fröhlich in meinem kleine Reich

in sing und tanze her und hin

vom Kindbett bis zur Leich

 

Was macht, dass ich so furchtlos bin

an vielen dunklen Tagen

es kommt ein Geist mir in den Sinn

will mich durchs Leben tragen

 

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält

weil mich mein Gott das Lachen lehrt

wohlüber alle Welt

                                                   Hans Dieter Hüsch

 

April

 

Lass mich dich loben, o Gott

in meinem Alltag!

 

Zwischen Computern, Ampeln und Einkaufswagen
in Klassenzimmern, an Wäschekörben und Krankenbetten -

Lass mich dich loben, o Gott
auch in der Langeweile nutzlos erscheinender graubter Stunden

 

Öffne meine Augen, dass sie im Verborgenen und in den Rätseln
des Lebens das Wunder erkennen, dass du uns liebst
und gib in der Hetze meiner Geschäfte
wie im Einerlei des längst Gewohnten
mir ein Lied dir zur Ehre auf Lippen und Hände.

                                                Wilma Klevinghaus

 

Februar

 

Herr, öffne meine Augen, dass ich die Not der anderen sehe;
öffne meine Ohren, dass ich ihren Schrei höre;

öffne mein Herz, dass sie nicht ohne Beistand bleiben.
Gib, dass ich mich nicht weigere,
die Schwachen und die Armen zu verteidigen.

Zeige mir, wo man noch Liebe, Glauben und Hoffnung nötig hat,
und lass mich deren Überbringer sein.
Öffne mir Augen und Ohren,
damit ich für deinen Frieden wirkan kann. Amen

(Gotteslob 29,3 Kath. Kirche)

 

 

Dezember

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag,

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsere Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

                                                  Dietrich Bonhoeffer, 1944

 

Juni

 

Irischer Reisesegen

Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen,
Wind dir den Rücken stärken,
Sonnenschein deinen Gesicht viel Glanz und Wärme geben.
Der Regen möge deine Felder tränken,
und bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen,
halte Gott dich schützend in seiner hohlen Hand.

                                                 Irischer Reisesegen

 

Mai

 

Genieße das Leben
wohl dir

es wird dir gut ergehn

 

Lebe Zärtlichkeit
Lebensfreude
Senibilität
Mitgefühl
Dankbarkeit

 

Gesegnet wirst du so sein.

 

                                                  Pierre Stutz, nach Psalm 128,2

Januar

 

Neujahrssegen

Die neuen Tage öffnen ihre Türen.
Sie können, was die alten nicht gekonnt.
Vor uns die Wege, die ins Weite führen:
Den ersten Schritt. Ins Land. Zum Horizont.

 

Wir wissen nicht, ob wir ans Ziel gelangen.
Doch gehen wir los. Dann reiht sich Schritt an Schritt.
Und wir verstehn zuletzt: das Ziel ist mitgegangen;
denn der den Weg beschließt und der ihn angefangen,
der Herr der Zeit geht alle Tage mit.

                                               Klaus-Peter Hertzsch

 

Dezember

 

Irischer Weihnachtssegen

Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch, dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wange komme
und kein Schmerz dich quäle –
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern: dass du dankbar alle Zeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage:
dass mutig du gehst durch Prüfungen, auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.

Was ich dir wünsche: dass jede Gabe Gottes in dir wachse
dass einen Freund du hast, der deiner Freundschaft wert.
Und das in Freud und Leid das Lächeln des menschgewordenen Gotteskinds
dich begleiten möge.

 

November

 

Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen, hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu dir; ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht. Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht. Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe. Ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden. In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weisst einen Weg für mich. (Dietrich Bonhoeffer)